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| Phasengleichgewichte: Erläuterungen zu den Tabellen von Robie et al. (1978) |
| - Notitzen zur Vorlesung - Übungen und Aufgaben - Literaturliste - |
| by Christian de Capitani | Navigation Window: Thermodynamics in Basel |
| Photokopien der Tabellen von Robie et al. (1978) für Sillimanit,
Si, Al und O2
(Hier als pdf) |
Taschenrechner | ||
| Notitzpapier | Eine Stunde Zeit |
| Einleitende Bemerkungen zu "FORMATION FROM THE ELEMENTS" |
Die Gibbs'sche Freie Energie (G) und die Enthalpie (H) können nicht absolut bestimmt werden.
Tabelliert wird
G
und
H
der Reaktion:
Summe der Elemente = Phase
Si + 2 Al + 2.5 O2 = SiAl2O5 (Sillimanit)
(Der Index "r" steht für "Reaktion").
Für diese spezielle Reaktion nennt man
G
und
H
"formation from the elements" (Bildung aus den Elementen) und verwendet etwa den Index "f".
Also:
G(Sillimanit)
= G(Sillimanit) - G(Si) - 2 G(Al) - 2.5 G(O2) und
H(Sillimanit)
= H(Sillimanit) - H(Si) - 2 H(Al) - 2.5 H(O2)
Definitionsgemäss haben die Elemente ein
G
und
H
von Null.
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Wichtig: Die Chemiker verwenden oft für alle Temperaturen und Drucke
Wir verwenden die scheinbaren Werte |
Je nach Versuchsanordnung kann
G
oder
H
für eine bestimmte Temperatur gemessen werden. Ferner ist die Wärmekapazität
Cp oder die Differenz der Wärmeinhalte
H
= (HT2-HT1) =
Cp dt
für einzelne Phasen bestimmbar.
Cp/T dt
(Folgt aus der Annahme, dass bei 0K S=0 ist: 3. Hauptsatz der Thermodynamik)
| Zwischenbemerkung |
Der Superskript o in Cpo, Go, Ho
bedeutet, dass es sich um molare Grössen handelt.
Die Nomenklatur ist nicht einheitlich; andere Lehrbücher verwenden z.B.
,
etc.
Ich verwende in der Vorlesung meistens gar keine solcher Spezialzeichen, da alle Grössen
sowieso molar sind. Das ist natürlich sehr unsauber und deutet auf meinen unordentlichen
Charakter hin.
| Die Cp-Funktion |
(Angaben zur Messung finden Sie in der Vorlesung "Analytische Methoden in den Erdwissenschaften", Kapitel: Kalorimetrie)
Unten auf der Tabelle für Sillimanit von Robie et al. (1978) lesen wir:
Diese Funktion beschreibt die Wärmekapazität von 298 bis 1800K. Ausserhalb der angegebenen Grenzen werden diese Funktionen im Allgemeinen unrealistisch gross oder klein.
| Berechnen Sie den Cp-Wert von Sillimanit für 298.15, 400 und 1000 K. | |
| (HT-H298)/T |
In dieser Kolonne sind die Werte von
(1/T)
Cp
dT tabelliert. (T0 = 298.15 K)
Für Sillimanit hat die Cp-Funktion die Form:
Also wird
Cp dT
= a·(T-T0) + b·(T2-T02)/2 -
c·(1/T - 1/T0)
| Berechnen Sie (HT-H298)/T von Sillimanit für 400 und 1000 K. | |
| ST |
In dieser Kolonne sind die Werte von
ST0 +
Cp/T
dT tabelliert. (T0 = 298.15 K)
Für Sillimanit hat die Cp-Funktion die Form:
Also wird
und
Cp/T dT
= a·ln(T/T0) + b·(T-T0) - c·(1/T2 -
1/T02)/2
| Berechnen Sie ST von Sillimanit für 400 und 1000 K. | |
| -(GT-H298)/T |
Cp dT
- T·(S298 +
Cp/T dT )
also wird
Cp dT
+ S298 +
Cp/T dT
Der geneigte Leser merkt, dass der erste Summand gerade -(HT-H298)/T ist und der
Rest ist gleich ST.
Beide Werte haben wir schon berechnet.
Es genügt also wenn wir ST-(HT-H298)/T direkt aus den Tabellen berechnen.
(Kol.2 - Kol.1)
| ENTHALPY |
Tabelliert ist
HT(Sil), also
H der Reaktion
Si + 2 Al + 2.5 O2 = SiAl2O5 (Sillimanit)
miHT(eli)
Wobei eli die Elemente darstellen und mi ihre Reaktionskoeffizienten sind.
Da HT = H298 +
Cp dT ist, wird:
Cp(Sil) dT
-
miH298(eli)
-
mi
Cp(eli) dT
Der Ausdruck: H298(Sil)
-
miH298(eli)
wird als
H298(Sil)
zusammengefasst:
Cp(Sil) dT
-
mi
Cp(eli) dT
Für die Berechnung benutzen wir die Tabellen, wo jeweils in der ersten Kolonne
(HT-H298)/T
aufgelistet ist.
dabei ist
Cp dT
= [(HT-H298)/T]·T
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Berechnen Sie |
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| GIBBS FREE ENERGY |
Tabelliert ist
GT(Sil), also
G der Reaktion
Si + 2 Al + 2.5 O2 = SiAl2O5 (Sillimanit)
miGT(eli)
Wobei eli die Elemente darstellen und mi ihre Reaktionskoeffizienten sind.
Wir ersetzen jetzt für alle Phasen
Cp dT
- T·[ S298 +
Cp/T dT ]
Somit wird:
Cp(Sil) dT
- T·[ S298(Sil) +
Cp(Sil)/T dT ]
mi [
H298(eli)
+
Cp(eli) dT
- T·[ S298(eli) +
Cp(eli)/T dT ] ]
Der Ausdruck: H298(Sil)
-
miH298(eli)
wird als
H298(Sil)
zusammengefasst:
Cp(Sil) dT
- T·[ S298(Sil) +
Cp(Sil)/T dT ]
mi [
Cp(eli) dT
- T·[ S298(eli) +
Cp(eli)/T dT ] ]
Soweit die Formel, wenn wir nur
H298,
S298 und die Cp-Funktionen als bekannt voraussetzen.
Zur Berechnung mit den Tabellen, können wir natürlich einige Grössen zusammenfassen:
Cp(Sil) dT
-
mi
Cp(eli) dT
Cp/T dT
Somit wird:
miST(eli) ]
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Berechnen Sie |
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